Die Fragen der Eltern

Noch bevor Eltern Eltern sind, geht ihnen vermutlich der eine oder andere Gedanke bezüglich der möglichen Kinder durch den Kopf.

Wie wird es sein?

Nach wem wird es kommen?

Werde ich das schaffen?

Ich möchte hier nicht mal einen Unterschied zwischen Männern und Frauen vornehmen. Das würde keinem der Geschlechter gerecht werden. Männer und Frauen machen sich gleich viele Gedanken. Nur eben auf eine unterschiedliche Art und Weise.

Die zukünftigen Mütter denken vermutlich laut und leise, richten sich häuslich ein, bauen sich ein Nest. Sie gehen erste Sachen kaufen, erstes Spielzeug. Sie wählen Wandfarben und Möbel aus. Wenn noch nicht alles gekauft wird, so haben viele der Frauen aber vermutlich bereits konkrete Vorstellungen, wie alles einmal aussehen soll. Sie reagieren gereizt, wenn sich zeigt, dass irgendetwas davon nicht so umzusetzen geht, wie sie es sich ausgemalt haben. Nicht unbedingt nur wegen der Hormone, sondern sehr wahrscheinlich weil etwas, nämlich der geringste Teil der Planbarkeit des Elterndaseins, schon nicht funktioniert.

Wie soll das erst werden, wenn das Kind dann da ist?

Werde ich versagen?

Was ist richtig, was ist falsch?

Sie philosophieren über Namen und Aussehen um sich und auch die Anderen vor den beängstigenden Gedanken, was da auf sie zukommen wird, abzulenken. Der Zwiespalt zwischen Freude und Angst bringt sie sehr wahrscheinlich in ein, zum Zerreißen nahes, Spannungsfeld der Gefühle.

Die zukünftigen Männer denken eventuell nur leise. Sie denken nur für sich, damit es nicht auffällt, dass sie vielleicht Angst haben vor dem was sie erwartet. Sie erleben sich vielleicht als Beiwerk. Sie fahren ihre Frauen einkaufen. Sie malern das Zimmer und bauen die Möbel auf. Sie versuchen die Frauen zu beruhigen, wenn es eben nicht ganz so ist, wie diese es sich vorgestellt hat. Sie versuchen das Spannungsfeld aus Freude und Angst auszuhalten. Und auch wenn wir in einer Zeit leben, in der auch die Männer Freude daran haben einkaufen zu gehen und die Frauen die Möbel aufbauen, so sind die Männer eben nur dabei und nicht mittendrin, also halten diese sich zurück und hoffen vielleicht dass sie nicht durchschaut werden.

Was soll ich machen?

Wie soll ich mich verhalten?

Was ist richtig, was ist falsch?

Sie halten sich bedeckt. Vielleicht spüren sie, dass selbst die Frauen, die sonst unerschütterlich in ihrem Leben stehen, in Zweifel geraten. Selbst wenn es nicht ausgesprochen wird, so steht es doch im Raum zwischen ihnen.

Also, warum reden wir nicht miteinander? Warum gestehen wir nicht einander unsere Ängste? Viele haben sich bereits für ein gemeinsames Leben entschieden, haben sich vielleicht auch ganz bewusst für ein Kind entschieden. Dann sollte es doch auch möglich sein über eventuell sogar gemeinsame Ängste, Befürchtungen aber auch Freude und Hoffnung zu reden. Oder nicht?

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